Eine Reise in die Welt der Keramik

Kreativität, handwerkliche und fachliche Kompetenzen sind notwendig, um gemeinsam mit Kindern vorschulische Bildung zu erspielen - seit Jahren wissen die FidL-Mitarbeiter um diese Bedeutsamkeit. Um hier immer wieder neue Impulse zu setzen und das Repertoire ständig zu erweitern, führen wir in regelmäßigen Abständen Teamfortbildungstage durch - so auch Anfang Juni. Diesmal mit vielen überraschenden, kreativen Ergebnissen…

"Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet." Alan Kay

Unter dem Motto: „Eine Reise in die Welt der Keramik“, entführte uns unsere Mitarbeiterin Veronika Eggert in eine uralte Welt der menschlichen Kulturentwicklung. Das Arbeiten mit dem Material Ton, gehört zu den nachgewiesenen ältesten handwerklichen Tätigkeiten der Menschheit. Künstlerische Ausdrucksweise in Form von Verzierungen, Plastiken und Gebrauchsformungen zeigen seit Jahrtausenden den Spaß der Menschen am Gestalten und Formen mit diesem Material.

Das einmal selber zu probieren war für die meisten MitarbeiterInnen Neuland. Umso mehr waren alle gespannt wie Veronika uns den Werkstoff und dessen Möglichkeiten näher bringt. In der Einführung wurden Gruppen gebildet, die das Material unter dem Aspekt der klassischen Elemente beleuchten sollte. Erde, Wasser, Feuer und Luft haben eine enge Beziehung zum Material Ton. Um das zu verdeutlichen, gab es einen kleinen Exkurs zur Entstehungsgeschichte des in der Erde vorkommenden Materials. Wasser, Luft und Feuer bilden den natürlichen Kontext zur Verarbeitung und Haltbarmachung von Ton. Die Theorie war für alle interessant und viele Fragen wurden beantwortet.

Im zweiten Teil wurden Werkzeuge, Arbeitstechniken und Hilfsmittel vorgestellt. Jetzt merkte man, dass auch uns die Neugier auf das Selbermachen gepackt hatte. Es wurde geknetet, gerollt, geformt, gestempelt, verziert und modelliert. Nach ein paar Minuten waren alle FidL-Team-Akteure voll beschäftigt und eine spürbare Ruhe setzte ein. Die Gespräche wurden leiser und die Inhalte fokussierten sich nun auf Details, Techniken und Umsetzung. Ein Transfer von Ideen und der Materialumsetzung beherrschten das Bild. Genau auf diesen Effekt hatte es Veronika abgesehen. Die Resultate waren bereits in der ersten Runde sehenswert! Die Fingerfertigkeit, das Sehen und Erfühlen von Formen und Proportionen entwickelte sich ganz nebenbei.

Es wurde deutlich, dass mit dem Fortschreiten der Arbeiten nun auch darüber nachgedacht wurde, wie man mit unseren Kindern, basierend auf den hier gemachten Erfahrungen arbeiten könnte und zukünftig auch arbeiten wird. Da war er wieder - der FidL-Geist - alles möglichst spannend und bildend für unsere Kindergartenkinder zu gestalten.

Der Tag verging wie im Flug und die gestalteten „Werke“ wurden zum Abschluss erstmal luftgetrocknet und der Rand des Sandkastens in eine kleine Ausstellung umfunktioniert. In der nachfolgenden Reflexion des Tages wurden die gemachten Erfahrungen ausgetauscht. Schön zu sehen war, dass alle Teams - nicht nur die pädagogischen MitarbeiterInnen - voll bei der Sache waren.

Für mich persönlich war dieser Tag eine Reise in die Vergangenheit. Ton war und ist für einen Bildhauer etwas Elementares, um sich über Form und Inhalt Gedanken zu machen. Er ist sozusagen der Skizzenblock oder Roman, das Lied oder Drehbuch für den Künstler. Oft habe ich mir mit diesem Material die eigentliche Aufgabe, Stein zu formen, verdeutlicht. Ein Wegweiser für etwas, was erschaffen werden soll. Genau darum ging es in dieser Fortbildung, den Weg zu finden, etwas Neues zu wagen und zu schaffen.

Henry Sawade
Vorstandsvorsitzender
FidL-Frauen in der Lebensmitte e.V.