„Zeit ist das, was man an der Uhr abliest“ - A. Einstein

Albert Einstein hat irgendwie ganz nüchtern beschrieben, wie Zeit funktioniert. Mich wundert nur jedes Mal, wie schnell diese Uhr tickt. So auch und ganz besonders das Jahr 2016. Es war für mich ein Jahr der „Widersprüche“ und des Innehaltens, der Traurigkeit und der Hoffnung, aber auch der vielen schönen Momente!

Einige Menschen haben sich verabschiedet. Es macht so eindrucksvoll klar, wie wertvoll diese Zeit ist. Die Kinder der Papageiengruppe sind ausgeflogen, die mich in den letzten Jahren so wundervoll begleitet haben. Ich habe von ihnen eine ganze Menge gelernt! Und ich hoffe, dass es umgedreht genauso war. Es begannen bei ihnen die Schuluhren zu ticken.

Ein anderer Rhythmus gibt nun die Zeit an. Eine Mitarbeiterin wurde zur Rentnerin. Eine Zeiterfahrung, die mich an meine eigenen Jahre hier bei FidL erinnert. Ich wünsche Anita für die Zukunft alles Gute. Die wirklich schönen Momente in 2016 wurden jedoch immer wieder überschattet von unfassbarem Leid, Krieg und Tod. Das nachdenkliche Gefühl bleibt.

Um die Kurve zu bekommen, ist es ganz gut, optimistische Kolleginnen zu haben! Heike meinte vor ein paar Tagen: “Nehme einfach die tollen Erlebnisse mit und zähle sie einfach auf! Dann bleibt für den Schmerz nicht ganz so viel Platz.“ Ein guter Rat, den ich nun umzusetzen gedenke.

Vor zwei Tagen überreichte mir mein kleiner Freund Martin Erinnerungsblätter. Sie zauberten mir sofort ein Lächeln ins Gesicht. Also nehmen wir uns die Zeit und hangeln uns an diesen kleinen Kunstwerken durch das Jahr 2016.

Januar
Die MORGENKREIS-Band wird geboren! Die Songs „wabern“ durch meinen Kopf und der Fußball im Schnee erhält seinen Platz bei der Pupsprinzessin und nicht beim Nussknacker oder Schneemann.

Februar
Es ist kalt
und eine Idee für ein neues Kinderhaus in Bornim wird geboren. Eine neue Uhr mit großen Visionen fängt an, zu schlagen. Es wird dauern und das Uhrwerk ist noch ganz schön holprig.

März
Die ersten Frühblüher machen Hoffnung und die Studiozeit beginnt, um alle Ideen für die MORGENKREIS-CD in Demos zu bauen. Im FidL-Kinderhaus Fridolin beginnt die Reise zum Regenbogen.

April
Die Zeit vergeht, 25 Jahre und nun wird ein Träger erwachsen. Wir singen, entwickeln Ideen für ein tolles Fest und geben uns Mühe alles zu bündeln.

Mai
Wir - die FidL-Kinderhäuser, die FidL-Kindertagespflege, das Versorgungs- und das Verwaltungsteam feiern mit Kindern, Eltern, Freunden, Förderern, Bekannten ein großes Familienfest. Wir sind stolz, haben Spaß und bekommen eine Menge Anerkennung. FidL wird 25 Jahre alt! Der Morgenkreis singt live und bekommt den verdienten Applaus.

Juni
Wir besuchen den Deutschen Bundestag in Berlin. Ein Bahnfahrt mit Unterhaltungswert! Die äußeren Zeitumstände der politischen Lage können wir professionell abschütteln. Demokratie könnte so einfach sein, wenn Kinder mehr zu sagen hätten!

Juli
Die Spur der Steine führt uns zu ungeahnten Möglichkeiten, Heimatverbundenheit zu spüren. Ganz nebenbei merke ich, wie viel pädagogische Leistung in den Kinderhäusern steckt. Ich bin stolz auf unsere pädagogischen Fachkräfte und auf unsere Eltern.

August
Ein Abschied in Etappen und Sternstunden beim Aufnehmen unserer ersten MORGENKREIS-CD. Die Autofahrten ins Studio und zurück werden mir ewig im Gedächtnis bleiben. Das lag am Zeitgeist „der kleinen Künstler“.

September
Wir weihen ein Pflegeheim ein und zeigen der Öffentlichkeit was wir drauf haben! Die Aufführung wird zum Ereignis und Opa Fritz wird zum Tanzwunder am Rollator. Was für ein Auftritt!

Oktober
Die jungen Kolleginnen und vor allem die Gruppenkinder zaubern mir immer wieder ein Lächeln und verdammt viel Stolz ins Gesicht. Wer Mauern einreißen will und den Landtag für sich vereinnahmt, ist im Takt der Zeit, die manchmal schneller zu schlagen scheint.

November
Die Arbeiten an der MORGENKREIS-CD gehen dem Ende entgegen, nur die Zeit hält sich nicht daran und rast so schnell davon, dass ich beschließe die Veröffentlichung nach hinten zu verschieben. Wir lassen uns Zeit. Die Gestaltung des CD-Covers macht jetzt viele Kinderhände bunt. Was für ein Spaß!

Dezember
Ich bin wieder im hier und jetzt angekommen - mit Trude, die uns seit neuestem virtuell begleitet. Mir fallen jetzt noch etliche andere Sachen ein, die toll waren und fast in Vergangenheit geraten sind...

Teamfortbildung mit Yoga-Kurseinheit, Hexen, Hasen und Partyfüchse. Und ganz wichtig, Zeitideen für die Zukunft. Mir scheint auf einmal diese Welt gar nicht mehr so düster. Obwohl Berlin mich heute umso mehr an dieses zwiespältige Gefühl der Wut und Ohnmacht erinnert. Sorge und Freude, um die zukünftige Zeit überkommt mich.

Ob Martin Luther vor 500 Jahren ähnliche Zweifel befielen? Er wird 2017 ein Stück weit dazu beitragen, unsere Kindergartenzeit bei FidL zu einer spannenden, lustigen, lehrreichen und spielsicheren Angelegenheit zu machen. Wie? Das erfahren Sie in den nächsten zwölf Monaten – Zeit zum Spielen und Erkennen.

Ich wünsche allen MitarbeiterInnen, Kindern, Eltern, GeschäftspartnerInnen und Freunden Zeit. Zeit zum Verweilen, Nachdenken und Erholen.  


Ihr/Euer Henry Sawade
Vorstandsvorsitzender FidL-Frauen in der Lebensmitte e.V.
pädagogische Fachkraft im FidL-Kinderhaus Fridolin

PS: Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug! Albert Einstein

Über die MORGENKREIS-CD (Erscheinung voraussichtlich Ende Januar 17) und alles weitere Neue informieren wir hier und via Facebook und Twitter.