Zum 500. trifft FidL "W360"

Es war der zweite FidL- Fortbildungstag, der die pädagogischen Teams der Kinderhäuser Pittiplatsch und Fridolin zu einer Zeitreise nach Wittenberg entführte. Zur Vorbereitung der geplanten Projektwochen ließen sich die pädagogischen Fachkräfte an Original-Schauplätzen inspirieren.

„Bei den Kindern muss angefangen werden, wenn es im Staate besser werden soll.“

Dieser Luther‘ische Satz sollte all denen zu denken geben, die auch nach fünfhundert Jahren die Geschicke der frühkindlichen Bildung und allgemein des Bildungssystems mitgestalten. Ich schließe uns, die Teams der FidL-Kinderhäuser und alle Eltern gleichermaßen in diese nicht als These gedachte Äußerung des Reformators mit ein.

Anfang Mai 2017 führte uns unsere Fort- und Weiterbildung auf den Weg nach Wittenberg. Als Höhepunkt der Lutherdekade gilt das diesjährige 500. Reformationsjubläum. Es markiert ein Stück weit deutsche Geschichte, die über reine theologische Überlegungen weit hinaus geht – und sich zu einem damaligen „globalen Hype“ - ganz ohne social media - entwickelte.

Auch wenn Luthers Gründe sicher im Kontext seiner Zeit völlig andere Beweggründe hatte. Vieles finden wir heute noch im Umgang mit Sprache, Wissenschaft, Theologie und sozialem Leben wieder. Ein guter Grund also in kindgerechter Weise eine Nähe und Vorstellung zu vermitteln, in welcher Zeit dieser geschichtsprägende Mann stand. Um uns ein Bild zu verschaffen und Anregungen für eine über mehrere Wochen anzulegende Projektarbeit zu machen, ging es an seine wohl wichtigste Wirkungsstätte nach Wittenberg.

Die Panorama-Ausstellung „W360“ von Yadegar Asisi versetze uns mit beeindruckenden Bildern, Geräuschen und Erzählungen aus dieser Zeit, mitten in die Stadt Wittenberg in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts. Die Art der künstlerischen Umsetzung des Riesenrundbildes war sehr beeindruckend. Durch eine fachkundige Führung konnten wir an Hand der lebensgroßen Darstellungen viel über das Leben der Menschen und die Macht der Kirche in dieser Zeit lernen. Dabei erfuhren wir neben dem Leben und Wirken von Martin Luther auch von weiteren bekannten Persönlichkeiten wie Lucas Cranach d.J., Thomas Münzer oder Philipp Melanchthon. Spielende Kinder suchten wir jedoch in den Szenen vergeblich. Bildung erfuhren nur preveligierte, finanzkräftige Adelige und Bürger. Was für ein Leben. Trotz dieser Ernüchterung fielen uns viele Ideen in den Schoss, die Yadegar Asisi in seinem Panorambild verewigt hat.

Um den Kindern der FidL-Kinderhäuser dieses sehr komplexe Thema näher zu bringen (Glauben, Leben, Bildung) beabsichtigen wir die diesjährige Projektarbeit zum Thema, über den Reformator Martin Luther zu entwickeln. Höhepunkt wird unser diesjähriges Hoffest am 16. September werden. Hier werden wir die Ergebnisse unserer Projekte in kindgerechte Weise transformieren. Wir werden uns sozusagen in einer Zeitreise in die Zeit Luthers versetzen. Es gilt Thesen zu erstellen und andere Dinge spannend zu erspielen. An alle Eltern, FidL-Unterstützer und Freunde: Sie sind herzlich eingeladen uns auf diesem Weg zu unterstützen und zu begleiten.

Henry Sawade
Vorstandsvorsitzender
FidL-Frauen in der Lebensmitte e.V.