Warum Köche des Alten Fritz immer einen dicken Bauch hatten

Mit dem Besuch der Schlossküche im Schloss Sanssouci wurde ein Versprechen eingelöst, das uns die Kastellanin des Marmorpalais, Neuer Garten, Frau Krassa beim Besuch im Dezember 2011 gab. Damals haben wir gelernt, dass der Kastellan eines Schlosses alle Schlüssel eines Schlosses verwaltet und damit definitiv in alle Ecken und Ritzen schauen kann - insbesondere die – für uns Kinder so interessanten!

Wir wünschten uns, mal in eine echte Schlossküche zu schauen. Bei einem Besuch des Schlossparks Sanssouci erfuhren wir, das Friedrich der Große von Preußen (1712 – 1786) die Kartoffel nach Brandenburg brachte und in dieser Zeit schlimme Hungersnöte in Preußen an der Tagesordnung waren. Die Küche im Schloss Sanssouci wurde zwar unter einem nachfolgenden König eingebaut, gab uns aber einen tollen Eindruck wie es damals am Hof des König gekocht und gearbeitet wurde. Der Blick hinter die Kulissen gab uns Antworten auf unsere Fragen wie:

Wie und wo wurde gekocht? Wer schleppte das Wasser und wer bediente den riesigen Mörser? Und warum haben die Könige gerne Pasteten gegessen?

In der Schlossküche lernten wir ein Stück Alltagskultur des Hofes kennen. Auf den großen Herden konnten wir uns aufgestellte Pfannen, Bräter, Töpfe, Seiher, Wasserkessel, Kellen, Backformen, Schöpflöffel, Wiegemesser, zierliche Butter- und Cremespritzen anschauen. Einige dieser Geräte haben wir schon mal zu Hause gesehen! Friedrich II. beschäftigte sich schon früh mit dem Essen und zum Großteil aus politischen Gründen. Als er 1740 den Thron bestieg, hatten seine Untertanen gerade einen besonders strengen Hungerwinter durchlitten. Wegen der miesen Ernte wurde Getreide immer teurer, Lebensmittel immer knapper. Die Menschen hatten nichts zu beißen, einige verhungerten. Kaum gekrönt, ließ der junge Hohenzollern-König die Magazine öffnen und Getreide verteilen. So gelangte er zum ersten Mal über das Essen in die Herzen seiner Untertanen.

Für uns war das alles sehr spannend und wir freuen uns schon über den nächsten Besuch in den Schlössern der Stiftung.

Wir danken an dieser Stelle der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, den engagierten MitarbeiternInnen, Frau Heike Kleinert (www.stadtfühlung.de) für die fachkundige und sehr liebevoll vorbereitete Führung.

 "Friedrich hat immer gesagt: Acht Schüsseln müssen reichen" (mit Schüsseln sind Gänge gemeint - oder besser Teile von Gängen: eine Suppe, eine Vorspeise, zwei Hauptgänge plus drei "Beygerichte" und zum Schluss ein Dessert)

Quellen: Rudolf-August-Oetker-Stiftung, Kappelt FRIEDRICH DER GROßE: MEINE KOCH- UND KÜCHENGEHEIMNISSE

Henry Sawade
FidL - Vorstandsvorsitzender und
Gruppenerzieher der Papageiengruppe Kinderhaus Fridolin