Wenn jeder dem anderen helfen wollte, so wäre allen geholfen.*

Für die MitarbeiterInnen der Kinderhäuser Fridolin und Pittiplatsch sowie die Tagespflegepersonen des Trägers war es am 5. November wieder soweit. Es galt, sich an bereits gelernte Erste-Hilfe-Maßnahmen zu erinnern und diese im Rahmen der beruflichen Fortbildung wieder aufzufrischen. Gerade der tägliche Umgang mit Kindern unterschiedlichen Alters setzt ein hohes Maß an Ersthelferwissen voraus, um in kleinen und großen Notfällen professionell reagieren und handeln zu können.

Unter der Anleitung von einer erfahrenen Malteser-Schulungsleiterin, die ehrenamtlich diesen Kurs im Kinderhaus Fridolin durchgeführt hat, wurden verschiedenste Inhalte besprochen und geübt. Der Malteser Hilfsdienst e. V. ist eine katholische Hilfsorganisation, die vom Deutschen Caritasverband und den Malteserorden gegründet wurde.

Unter Erster Hilfe versteht man von jedermann durchzuführende Maßnahmen, um menschliches Leben zu retten, bedrohende Gefahren oder Gesundheitsstörungen bis zum Eintreffen professioneller Hilfe (Arzt, Rettungsdienst) abzuwenden oder zu mildern. Dazu gehören insbesondere das Absetzen eines Notrufs, die Absicherung der Unfallstelle und die Betreuung der Verletzten.

Die MitarbeiterInnen absolvierten unter der fachlichen Anleitung folgende Schwerpunkte:

  • Verhalten an der Notfallstelle
  • Erstes Glied der Rettungskette: lebensrettende/-erhaltende Sofortmaßnahmen
  • Zweites Glied der Rettungskette: Notruf
  • Drittes Glied der Rettungskette: Erste Hilfe/Erweiterte Maßnahmen bei Schock als lebensbedrohlicher Zustand
  • Wunden und Wundversorgung, Blutstillung
  • Vergiftungen (z. B. mit Alkohol, Medikamenten, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Pflanzenschutzmitteln, Chemikalien oder Drogen)
  • Krampfanfall (Epilepsie) und Schlaganfall (Hirninfarkt)
  • thermische Schädigungen (Verbrennungen, Erfrierung und Unterkühlung)
  • Insektenstiche (besonders in Mund und Rachen)
  • Gewalteinwirkung auf den Kopf (Kopfverletzung), Gehirnerschütterung
  • Ersticken (Verschlucken von Fremdkörpern)
  • Bauchverletzungen, akute Erkrankungen des Bauchraums mit Übelkeit und Durchfall oder Erbrechen
  • Herz-Kreislauf-Störungen (Herz-Kreislauf-Stillstand, Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzrhythmusstörungen)
  • Knochen- und Gelenkverletzungen

Die turnusmäßigen Kurse und Lehrgänge werden durch FidL regelmäßig organisiert und sind qualitativer Bestandteil der Trägerarbeit.

* Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Schriftstellerin